Rosso Barios Motoya

 

Um zu leben

muss man arbeiten. Ich arbeite als Schneider, meistens für Männer. Ich arbeite von morgens bis abends um meine Enkel zu ernähren. Meine Kinder sind bereits berufstätig, so dass ich für meine Enkel arbeite, von 7 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Ich lebe am Rande von  Sucre und arbeite in einem gemieteten Laden in der Stadt. Ich habe das Schneiderhandwerk von meinem Vater gelernt, und habe mit sieben Jahren angefangen zu arbeiten. Ich arbeite die meiste Zeit alleine, aber ich habe eine Zeit lang mit meinen Töchtern zusammengearbeitet, die jedoch inzwischen eigene Berufe haben.

Mein Ziel im Leben

ist es, weiterzuarbeiten und vorwärts zu kommen.

Meine schönsten Tage

waren es, als meine Kinder berufstätig wurden. Ich habe sieben Kinder, und alle sind berufstätig. Mir wurde eine Auszeichnung verliehen, als sie ihre Abschlüsse machten, und darauf bin ich sehr stolz.

Mein schlimmster Tag

war es, als eines meiner Kinder starb. Er starb im Alter von 28 Jahren. Er war bei der Arbeit und aspirierte (broncoaspiracíon). Das war mein schlimmster Tag.

Ich habe keine Angst

vor dem Tod. Wenn ich sterbe, sterbe ich. Ich habe keine Angst davor. Ich habe Angst davor, nicht mehr hier arbeiten zu können und zu Hause bleiben zu müssen. Ich mag es so sehr hier zu arbeiten, dass das das Einzige ist, wovor ich Angst habe. Wenn ich nicht arbeiten kann werde ich krank und fühle mich schlecht.

Ich bin glücklich

wenn ich arbeite. Ich arbeite von 6 Uhr morgens bis 9 oder 10 Uhr abends. Ich mag es, für meine Kunden zu arbeiten, und sie kommen auch immer wieder zurück. Ich habe viele Kunden. Ich mag es mit ihnen zu reden und für sie zu nähen. Das ist es, was mich glücklich macht. Ich arbeite zu Werbezwecken, für Parties und Hochzeiten. Ich mache alles selbst.